Bereits zu Beginn der Arbeit war klar, dass die MPA-Ausbildung nicht von Grund auf neu gestaltet werden musste, da sie in vielen Punkten gut war. Ziel war es, eine zukunftsgerichtete Ausbildung zu gestalten.
Neu wird nicht mehr nach Fächern unterrichtet, sondern nach Leit-, Richt- und Leistungszielen, welche für die drei Ausbildungsorte Betrieb, Schule und Überbetriebliche Kurse (ÜK) verbindliche Vorgaben definieren. In den naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern wurden Kürzungen zu Gunsten der Kommunikation vorgenommen. In diesem Zusammenhang sind dem Wunsch der Ärzteschaft entsprechend neu auch Supervision/Balint-Gruppen in die ÜK eingeführt worden.
Neu ist ebenfalls, dass das Leitziel 1.6 Fremdsprache heisst – und nicht mehr wie bisher „Zweite Landessprache“. Dies bedeutet, dass die Schulen frei sind in der Wahl der Fremdsprache und z.B. auch Englisch unterrichten können. Auch dies entspricht dem Wunsch eines grossen Teils der Ärzteschaft.
Da die Gesundheitsberufe bekanntlich vermehrt mit gesetzlichen Vorschriften auf allen Ebenen konfrontiert werden, wurde das Leitziel 1.5 Hygiene, Entsorgung, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz eingeführt, womit die Lernenden die nötige Fachkompetenz in diesen Bereichen erlangen.
Röntgen (ohne dosisintensive Aufnahmen) bleibt weiterhin ein obligatorisches Unterrichtsfach, ist aber keine «Fallnote» mehr und ist zusammen mit dem Labor im Leitziel 1.2 Diagnostische und therapeutische Prozesse verstehen und ausführen integriert.
Die Ausbildung zur MPA ist sehr anspruchsvoll und es müssen zahlreiche unterschiedliche Fächer vermittelt werden, was zu einer entsprechend hohen Zahl Schulstunden führt. Trotzdem wird der Besuch der Berufsmittelschule (BMS) weiterhin möglich sein.
Das Gesetz erlaubt es nicht mehr, eine untere Alterslimite für Lernende festzusetzen. Das bedeutet, dass direkt nach Abschluss des 9. Schuljahres mit der Ausbildung begonnen werden kann. Hier ist die Ärzteschaft aufgerufen, bei Bewerbungen von sehr jungen Kandidatinnen zu beurteilen, ob sie den Belastungen des Praxisalltages gewachsen sind.
Dr. med. Peter Tschudi
FMH Allgemeinmedizin
Präsident Kommission B&Q MPA
8902 Urdorf