In Deutschland haben sich führende Krankenhausträger im Jahr 2008 zur «Initiative Qualitätsmedizin» (IQM) zusammengeschlossen, in welcher heute über 160 Kliniken aktiv sind, darunter auch mehrere Universitätsspitäler. Im Zentrum der Bestrebungen zur Qualitätsverbesserung der IQM steht die Peer Review. Ausgangspunkt bildet die Analyse von Qualitätsindikatoren aus Routinedaten der medizinischen Statistik der Krankenhäuser des Bundesamtes für Statistik, die ohne zusätzlichen Erhebungsaufwand zur Verfügung stehen. Risikoadjustiert können diese Indikatoren Hinweise auf gewisse Aspekte der Ergebnisqualität geben.
Bei Abweichungen vom Benchmark wird eine Peer Review eingeleitet. Dabei handelt es sich um Fallbesprechungen zwischen externen Review-Teams und der betreffenden Chefärztin, dem Oberarzt und gegebenenfalls weiteren Kollegen. Als externe Reviewer werden für das Peer Review Verfahren ausgebildete Chefärzte aus anderen IQM-Mitgliedskliniken verpflichtet. Im Jahr 2011 wurden im Rahmen der IQM 42 Peer Reviews durchgeführt.
Das Inselspital, das Universitätsspital Zürich und das Universitätsspital Basel sind die ersten Schweizer Mitglieder der Initiative Qualitätsmedizin. Im April 2011 wurde im Inselspital die erste Schweizer Pilot Peer Review zum Thema «Sepsis und Todesfall» durchgeführt.