Die FMH lanciert und realisiert im Bereich der ärztlichen Qualität vielfältige Projekte – dies oft in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten oder externen Auftragnehmern.
Das Projekt «Forum medizinische Register Schweiz» dient der Förderung zielgruppenspezifischer Transparenz. Es zeigt auf, wo welche medizinischen Daten und Qualitätsdaten mittels Register erhoben werden und welcher Datenzugang besteht. Vor allem die Forschung soll gezielt auf bereits vorhandene Daten zurückgreifen können. Zudem verdeutlicht eine umfassende Dokumentation den konkreten Regelungsbedarf betreffend den Umgang mit den Daten medizinischer Register. Dank Online-Plattform und Veranstaltung können die Betreiber der Register von einer interdisziplinären Vernetzung profitieren und auf diese Weise ihre Register optimieren. Die Dokumentation der bestehenden Register dürfte bei Neuerschaffungen zur Orientierung dienen. Nicht zuletzt fördert das Projekt den politischen Diskurs über medizinische Register als Instrumente der Qualitätssicherung.
Das Projekt Q-Monitoring ambulante Medizin CH der FMH hat zum Ziel, die bereits heute durchgeführten Qualitätsaktivitäten der ambulant tätigen Ärzteschaft zu erfassen und sichtbar zu machen. Q-Monitoring ist ein Beitrag der FMH zur Qualitätssicherung und -förderung in der Medizin. Mittels Selbstdeklaration entsteht eine Datengrundlage, mittels derer die Ärzteschaft Auskunft über die Bandbreite und Häufigkeit der durchgeführten Qualitätsaktivitäten der ambulanten ärztlichen Leistungserbringer geben kann.
Die Resultate des Projekts Q-Monitoring haben gezeigt, dass die Bandbreite an Qualitätsaktivitäten in der ambulanten Arztpraxis gross ist. Viele dieser Aktivitäten helfen zwar, die Arbeitsprozesse zu optimieren und Fehler zu vermeiden, sie bedeuten jedoch auch einen beachtlichen Mehraufwand für die Ärztinnen und Ärzte. Umso wichtiger ist es, sich über den Aufwand und Nutzen solcher Qualitätsaktivitäten Gedanken zu machen.
Ärztinnen und Ärzte sind beruflich stark gefordert – manchmal so stark, dass es zu gesundheitlichen und psychischen Beschwerden kommt. Die FMH unterstützt die Ärzteschaft mit dem Projekt ReMed in schwierigen Situationen. ReMed ist ein Unterstützungsnetzwerk für Ärztinnen und Ärzte, das zum Ziel hat, eine hohe Qualität in der medizinischen Versorgung zu gewährleisten
Mit dem Swiss Quality Award unterstreicht die FMH ihr Engagement im Gesundheitswesen: Der Award zeichnet herausragende Innovativen aus, die das Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen nachhaltig voranbringen. Die FMH vergibt den Swiss Quality Award zusammen mit dem Institut für Evaluative Forschung in der Medizin (IEFM) der Universität Bern und mit der Schweizerischen Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (SQMH). Der Preis ist mit 4-mal 10 000 Franken dotiert und wird in den Preiskategorien Management, Patientensicherheit, Technologie und Empowerment verliehen.
Ziel der Studie, die von der Stiftung für Patientensicherheit durchgeführt und von der FMH massgeblich mitfinanziert wird, ist es, sicherheitsrelevante "Hot-Spots" in der Grundversorgung zu identifizieren, das Sicherheitsklima in den Praxen zu erfassen sowie das Bewusstsein für die Patientensicherheit zu erheben. Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens werden Ärzte und medizinische Praxisassistentinnen zu Sicherheitsproblemen und kritischen Ereignissen sowie zum Sicherheitsklima in ihrer Praxis befragt. Aus den empirischen Ergebnissen der Studie werden Handlungsfelder abgeleitet, die aufzeigen, welche Risiken für die Patientensicherheit von in der Grundversorgung tätigen Ärzten wahrgenommen werden und welche systemischen Faktoren und Aspekte der Organisationskultur gemeinsam mit den Leistungserbringern im Sinne eines kontinuierlichen Lernprozesses angegangen werden können.
Die FMH unterstützte den VEDAG ideell und finanziell bei der Entwicklung eines qualitätsrelevanten Indikatorensets für Hausärzte «von der Praxis für die Praxis». Dabei wurde - in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Qualitätsmanagement der Berner Fachhochschule BFH - ein Good-Practice-Ansatz verfolgt, d.h. die Indikatoren entsprechen einem von Experten akzeptierten Standard. Wo möglich wurden evidenzbasierte Erkenntnisse berücksichtigt. So entstand das «Qualitäts-Basismodell». Ausgewählte Indikatoren wurden 2010 im Rahmen eines Pilotprojekts von 67 Hausärzten erfolgreich getestet. Zahlreiche positive Rückmeldungen haben den VEDAG dazu veranlasst, ein Nachfolgemodell zu entwickeln. Dieses soll künftig mit einer breit abgestützten Trägerschaft als Qualitätsmodul mehrsprachig der niedergelassenen Ärzteschaft zur Verfügung gestellt werden können.
Was bedeutet Qualität in der Hausarztmedizin aus Sicht der Patienten? Eine Forschungsgruppe der Berner Fachhochschule ging dieser Frage in einer qualitativen Studie im Auftrag der FMH nach. Nach Gruppendiskussionen mit Patienten und Hausärzten folgte eine darauf basierende repräsentative Befragung von Patienten in der gesamten Schweiz. Die gewonnenen Erkenntnisse zum Informationsbedarf der Patienten dienen der FMH als Grundlage für die Veröffentlichung von Daten zur ärztlichen Qualität.
Zwischenfälle und medizinische Fehler belasten und haben einen erheblichen Einfluss auf das berufliche und gesundheitliche Wohlbefinden von Ärztinnen und Ärzten. Das Projekt, das die Stiftung für Patientensicherheit im Auftrag der FMH durchführt, hat zum Ziel, die ärztlichen Mitarbeitenden im Umgang mit Zwischenfällen zu unterstützen und die Kommunikations- und Sicherheitskultur zu fördern. Der Projektnutzen liegt in der Reduzierung des Belastungspotentiales, welches von Zwischenfällen und Fehlern ausgeht. Damit wird die Arbeits- und Berufszufriedenheit von Ärztinnen und Ärzten gefördert.
Ziel des praxisorientierten Forschungsprojektes war, eine Bestandesanalyse durchzuführen und Erkenntnisse zu geplanten Entwicklungen im klinischen Risikomanagement in Schweizer Spitälern zu gewinnen. Darauf aufbauend soll das systematische Management klinischer Risiken unterstützt und damit die Patientensicherheit in Schweizer Spitälern entsprechend gefördert werden. Das Projekt wurde von einem Forschungsteam der ETH Zürich und der Hochschule Luzern durchgeführt und von der FMH begleitet und mitfinanziert.
Die Stärkung des Qualitätsmanagements und den damit verbundenen Systemen in der ambulanten ärztlichen Versorgung stellt die FMH vor Herausforderungen. Unter Aufarbeitung und Berücksichtigung der Erfahrungen anderer europäischer Länder zeigt die Literaturstudie drei mögliche Szenarien auf, wie sich die FMH zu diesem Thema stellen kann: (1) Fokus auf die traditionelle Rolle selbstregulativer Mechanismen durch Standesorganisationen, (2) Fokus auf die Einführung laufender Qualitätsverbesserungsmassnahmen und (3) Fokus auf die Schaffung und Etablierung neuer Institutionen, die von der FMH und anderen Partnern getragen werden. Die Arbeit wurde vom Swiss Centre for International Health des Swiss Tropical Institute im Auftrag der FMH realisiert.