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12.01.2021 – Neue Screening-Methode im Bereich Wirtschaftlichkeitsprüfung

Neue Screening-Methode im Bereich Wirtschaftlichkeitsprüfung

Mitte 2018 trat der neue Vertrag betreffend die Screening-Methode im Rahmen der Kontrolle der Wirtschaftlichkeit gemäss Art. 56 Abs. 6 KVG zwischen FMH, curafutura und santésuisse in Kraft. Die Vertragspartner legen in diesem Vertrag als Screening-Methode zur Detektion von Ärztinnen und Ärzte mit auffälligen Kosten gemäss KVG im Sinne der verwendeten Methode die zweistufige Regressionsanalyse gemäss Schlussbericht der Studie von Polynomics AG fest. Anwendung findet diese neue Methode ab Statistikjahr 2017.

Die FMH hat am 5. und am 12. November 2020 zwei (virtuelle) Informationsveranstaltungen zur neuen Screening-Methode für an WZW-Verfahren beteiligte ärztliche Vertreter durchgeführt. Ziel der Informationsveranstaltung war es, einen Überblick über diese neue Methode zu geben, wichtige Hinweise und Abläufe aufzuzeigen, ein gemeinsames Verständnis dazu zu entwickeln sowie einen gemeinsamen Informationsaustausch zu ermöglichen. Für diese Info-Veranstaltung konnten wir ausgewiesene Experten als Referenten gewinnen, die den Teilnehmenden an der Videokonferenz wichtige Informationen und Einblicke zur komplexen Thematik vermitteln konnten. Die Folien der Referate können beim Autor dieses Artikels angefragt werden.

Wichtig ist an dieser Stelle einmal mehr anzumerken, dass die Screening-Methode nur als Methode zur Identifikation von Ärzten mit statistisch auffälligen Kostenprofilen dient. Die Screening-Methode ist ein erster Schritt bei der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit. Ob ein Arzt tatsächlich unwirtschaftlich arbeitet, ist also immer erst nachgelagert im Einzelfall unter Berücksichtigung von Praxisbesonderheiten zu prüfen. Grundsätzlich kann jedoch festgehalten werden, dass das Ziel auch weniger auffällige Ärzte zu identifizieren mit der neuen Screening-Methode erreicht wurde. Es gibt aber auch Verlierer (u.a. kann auch die Wirkung der PCG den Index massgeblich beeinflussen) und ein methodeninhärenter Nachteil ist es, dass der Regressionsindex sehr schwierig nachvollziehbar ist.

Die FMH ist derzeit in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der santésuisse und curafutura, wie vertraglich vereinbart, daran die Screening-Methode weiter zu verfeinern und weiter zu entwickeln. Dazu fand im Dezember 2020 eine erste Sitzung statt.

Wir möchten an dieser Stelle den Austausch unter den an Wirtschaftlichkeitsverfahren beteiligten ärztlichen Vertreter weiter fördern. Bitte melden Sie uns interessante und besondere Fälle, Auffälligkeiten und Verhalten seitens santésuisse bzw. melden Sie uns weitere wichtige Erkenntnisse, Erfahrungen und mögliche Ansatzpunkte. Ebenso sind wir an Rückmeldungen zum Verhalten von Versicherern oder Versicherer Organisationen, wie z.B. tarifsuisse AG, in anderen Fällen der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit (z.B. sog. tarifcontrolling Verfahren) interessiert. Zudem können Sie gerne mit konkreten Vorschlägen, Fragen und Anliegen auf die FMH zukommen (tarife.ambulant@fmh.ch). 

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