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Qualität / SAQM
Patientensicherheit

Patientensicherheit

Die FMH ist eine aktive Mitträgerin der Stiftung Patientensicherheit Schweiz. Als solche unterstützt sie die Organisation seit Jahren sowohl ideell als auch finanziell. Die Unterstützung erfolgt projektbezogen.

Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen

Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen (MoMo) sind ein in Spitälern verbreitetes Gefäss des individuellen und organisationalen Lernens. Typischerweise werden darin Komplikationen, ungewöhnliche Verläufe und unerwartete Todesfälle aufgearbeitet. Um die sogenannten MoMo in der Schweiz als Instrument zur Förderung der Patientensicherheit zu stärken, haben Patientensicherheit Schweiz und die FMH ein Projekt lanciert. Mit der Unterstützung zahlreicher Chefärztinnen und Chefärzte konnten in einer ersten Projektphase 2017 der aktuelle Umsetzungsstand der MoMo in der Schweiz und allfällige Bedürfnisse für eine Weiterentwicklung erfasst werden (vgl. die unten erwähnten Studien und Paper). Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickelt Patientensicherheit Schweiz mit der finanziellen und ideellen Unterstützung der FMH nun Hilfsmittel, die Fachpersonen künftig bei ihren MoMo-Konferenzen unterstützen sollen.
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Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen in der Schweiz

Schweizerische Ärztezeitung, Nr. 40, 2017

Implementation status of morbidity and mortality conferences in Swiss hospitals: a national cross-sectional survey study
​​​​​​​Praplan-Rudaz I., Pfeiffer Y., International Journal for Quality in Health Care, Volume 30, Issue 4, 1 May 2018, Pages 257–264

Aktionsplan Psychiatrie

Da Patientensicherheit in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen nach wie vor ein vernachlässigtes Thema ist, hat die Stiftung Patientensicherheit Schweiz 2015 das massgeblich von der FMH finanzierte Projekt «Patientensicherheit in der psychiatrischen Versorgung – Bestandsaufnahme und Aktionsplan» durchgeführt. Übergeordnetes Ziel war es, das Thema für die Schweiz praxisbezogen, interdisziplinär und sektorenübergreifend aufzuarbeiten, die Sensibilisierung für dieses Thema schweizweit zu erhöhen und den dringlichen Handlungsbedarf aufzuzeigen. Unter Berücksichtigung bereits vorhandener Aktivitäten und Projekte wurde ein Aktionsplan für die Bereiche Forschung, Praxis sowie Aus- und Weiterbildung erarbeitet. Der Aktionsplan zeigt auf, wie nächste Schritte zur Verbesserung der Patientensicherheit in der psychiatrischen Versorgung in den nächsten Jahren aussehen müssen.

Um Wirkung zu erzielen, wurde der Aktionsplan 2016 unterstützt durch die FMH verbreitet. Ziel war es, den Aktionsplan schweizweit bei wichtigen Berufsverbänden, Fachgesellschaften und Weiterbildungsorganen bekannt zu machen und so für das Thema zu sensibilisieren. Der Aktionsplan steht  heute auf der Website von Patientensicherheit Schweiz zur Verfügung.

Sicherheit der Telefon-Triage in der Grundversorgung

Wenn Patientinnen und Patienten Kontakt mit einer Arztpraxis aufnehmen, ist die Telefon-Triage ein wichtiger Hot-Spot in Bezug auf die Patientensicherheit. Dies hat eine entsprechende Studie der Stiftung Patientensicherheit Schweiz ergeben. Nicht selten kommt es zu einer Fehleinschätzung der Dringlichkeit des Patientenanliegens. Eine solche Fehleinschätzung kann für die betroffenen Patientinnen und Patienten mit ernstzunehmenden Folgen verbunden sein.

In der Schweiz liegen kaum Erkenntnisse über die Sicherheit der Telefon-Triage in der Grundversorgung vor, obwohl die allermeisten Patientinnen und Patienten für den ersten Versorgungskontakt zum Telefon greifen. Die Stiftung für Patientensicherheit führt daher derzeit das Projekt «Sicherheit der Telefon-Triage in der Grundversorgung» durch, das die Risiken für die Patientensicherheit konkretisieren und praxisorientierte Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen soll.

Im Rahmen des Projekts hat die Stiftung einen Leitfaden für Hausarztpraxen entwickelt. Er hilft, Strukturen und Rahmenbedingungen rund um die Telefon-Triage und deren Auswirkungen auf die Patientensicherheit zu beleuchten.

Das Projekt ist massgeblich durch die FMH finanziert.

Erklärung sichere Chirurgie

Das ausnahmslose und komplette Durcharbeiten einer dreiteiligen chirurgischen Checkliste hilft, Fehler im Operationssaal zu vermeiden oder rechtzeitig aufzufangen. Von 2013 bis 2015 hat die Stiftung Patientensicherheit Schweiz in Spitälern ein entsprechendes Pilotprogramm mit dem Titel «progress! Sichere Chirurgie» durchgeführt.

Eine Follow-up-Erhebung zum Pilotprogramm hat gezeigt, dass die Checkliste heute vermehrt, jedoch noch nicht flächendeckend eingesetzt wird. Um dies einzufordern, haben bedeutende Schweizer Gesundheitsorganisationen in einer Charta die Checkliste zur Norm in Schweizer Operationssälen erklärt. Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz fordert weitere Organisationen und Einzelpersonen auf, eingeladen, die Erklärung mitzutragen.

Die FMH / SAQM unterstützt die Erklärung.

Täter als Opfer – Fehler und ihre Auswirkungen auf Fachpersonen

Zwischenfälle und medizinische Fehler beeinflussen und belasten das berufliche und gesundheitliche Wohlbefinden von Ärztinnen und Ärzten erheblich. Das von der Stiftung Patientensicherheit Schweiz durchgeführte und von der FMH massgeblich mitfinanzierte Projekt «Täter als Opfer» hatte zum Ziel, die ärztlichen Mitarbeitenden im Umgang mit Zwischenfällen zu unterstützen und die Kommunikations- und Sicherheitskultur in der Medizin zu fördern. Die Ergebnisse des Projekts hat die Stiftung Patientensicherheit Schweiz in Form von verschiedenen Informationsbroschüren publiziert, inklusive Empfehlungen . Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz führt zudem Weiterbildungen zum Thema durch.​​​​​​​

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