SIWF – ärztliche Weiter- und Fortbildung
 
FMH
Themen
Public Health

Public Health

Vorbeugen ist besser als Heilen – was der Volksmund schon lange weiss, ist auch in der Gesundheitspolitik ein zunehmend wichtiges und unumgängliches Thema: Gesundheitsförderung und Prävention nehmen im schweizerischen Gesundheitswesen einen immer breiteren Raum ein. Und sie stellen auch für Ärztinnen und Ärzte ein wichtiges Handlungsfeld dar:

  • ​​​​​​​als Experten für die Inhalte der Prävention und Gesundheitsförderung in der Öffentlichkeit
  • als Ausführende in der praktischen präventiven Arbeit mit den Patientinnen und Patienten
  • als Betroffene mit eigenen beruflichen und persönlichen Gesundheitsrisiken

Die FMH setzt sich deshalb aktiv mit den Entwicklungen im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention auseinander. Sie bringt die medizinische Sichtweise in die laufenden Diskussionen ein und nimmt Stellung zu Gesetzesvorlagen. Als zentrale Akteurin im Gesundheitswesen arbeitet sie auch in verschiedenen nationalen Gremien und Arbeitsgruppen mit.

Die Begriffe Gesundheitsförderung und Prävention liegen eng beieinander und werden oft als Synonyme benutzt. Doch hinter ihnen stehen ganz unterschiedliche Konzepte und Strategien.

Die Krankheitsprävention bedeutet: einer Krankheit zuvorkommen (Vorbeugung), um sie zu verhindern oder abzuwenden. Prävention hat ihren Ausgangspunkt also bei spezifischen Krankheiten oder Störungen und zielt darauf, diese Risiken zu minimieren oder auszuschalten (Beispiele: Impfprogramme, Mammografie-Screening, Safer Sex-Kampagnen)

Gesundheitsförderung setzt bei der Stärkung von Ressourcen und Schutzfaktoren an und will diese fördern (Beispiel: Gesundheitskompetenzen steigern). Sie hat das Ziel, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.

Beide – Gesundheitsförderung und Prävention – sind dann besonders wirkungsvoll, wenn sie verhaltensbezogene und verhältnisbezogene Massnahmen miteinander kombinieren.

  • Verhaltensprävention
    Einflussnahme auf den individuellen Gesundheitszustand oder auf individuelles Gesundheitsverhalten. Beispiel: einen Raucher überzeugen, weniger zu rauchen.
    ​​​​​​​
  • Verhältnisprävention
    Einflussnahme auf Gesundheit und Krankheit durch Veränderung der Lebensbedingungen und Umwelt von Personen. Beispiel: Einrichten rauchfreier Bahnhöfe.

Nicht übertragbare Krankheiten

Mit dem gesellschaftlichen Wandel im 20. Jahrhundert hat sich auch das Spektrum von Krankheiten und Todesursachen verändert. Waren bis ins 19. Jahrhundert Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache, so sind es heute Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krankheiten der Atmungsorgane – die so genannten nicht übertragbaren Krankheiten.

Die FMH verfolgt die gesundheitsfördernden und präventiven Bestrebungen im Bereich der nicht übertragbaren Krankheiten aktiv mit.

Kreuzschmerzen sind eine unangenehme Erfahrung. Das FMH-Selbstlern-Handbuch beleuchtet in kondensierter Form die Problematik und deren Hintergründe und gibt eine praxisorientierte Hilfe für die Lösung schwieriger Fragen zur Rückenschmerzproblematik.

Weitere Downloads

Von Verhalten und Verhältnissen – Gedanken zur NCD-Strategie

Schweizerische Ärztezeitung, Nr. 4, 2017 

Weiterführende Links

Übertragbare Krankheiten

Verbesserte Hygiene und Ernährung, Impfungen und moderne Behandlungsmethoden haben im letzten Jahrhundert vielen Infektionskrankheiten den Schrecken genommen. Doch neuere übertragbare Krankheiten wie HIV, SARS oder die Vogelgrippe stellen auch neue Herausforderungen an Prävention und Gesundheitsförderung – und damit auch an die Ärzteschaft. Die FMH bringt sich in die laufenden Diskussionen ein und informiert ihre Mitglieder bei Bedarf rasch und kompetent.

Masern

Erfreulicherweise erreicht die erste Masernimpfung bereits 90% der Kinder in den ersten beiden Lebensjahren – bis Schulabschluss sind es 94%. Deutlich schlechter steht es hingegen mit der zweiten Impfung – nur drei von vier Kinder erhalten die für den kompletten Impfschutz unabdingbare zweite Dosis.

Hier sind Ärztinnen und Ärzte gefordert: Beispielsweise können sie mit einem einfachen Recall-System die Eltern an die anstehende zweite Impfung erinnern oder auf der Agenda stets die zweite Impfung aufführen, wenn die kleinen Patientinnen und Patienten zu den regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen kommen. Erwachsene erkranken oft schwerer an Masern als Kinder und haben öfters Komplikationen – es lohnt sich also, auch die erwachsenen Patienten auf die Wichtigkeit einer Nachimpfung hinzuweisen.

Grippe-Epidemie / Pandemie

Eine Grippe kann schwere Komplikationen nach sich ziehen, insbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko:

  • Personen ab 65 Jahren
  • Erwachsene und Kinder mit chronischen Erkrankungen des Herzens, der Atemwege oder des Immunsystems
  • Erwachsene und Kinder mit Krankheiten, die sich auf die Funktion von Herz, Lungen oder Nieren auswirken
  • schwangere Frauen
  • Frühgeborene und Säuglinge

Jedes Jahr suchen in der Schweiz 100'000 bis 250'000 Personen wegen grippeähnlicher Symptome eine Ärztin oder einen Arzt auf. Davon werden 1000 bis 5000 Menschen aufgrund einer Grippeerkrankung oder deren Folgen ins Spital eingewiesen, und bis zu 1500 Personen sterben daran. Ärztinnen und Ärzte spielen bei der Beratung und Förderung der Grippeimpfung eine Schlüsselrolle.

HIV

Nachdem die Zahl neu diagnostizierter HIV-Infektionen in der Schweiz von 2008 bis 2011 rückläufig war, sind die positiven HIV-Testresultate 2012 wieder angestiegen. Sie nahmen um 15 Prozent auf 645 Fälle zu. Eine offensichtliche Ursache für diesen Anstieg gibt es nicht; möglicherweise zeigt sich hier eine Präventionsmüdigkeit.

Weiterführende Links

Psychische Gesundheit

Psychische Erkrankungen betreffen längst nicht mehr bloss eine Minderheit: Die Hälfte der Bevölkerung leidet in ihrem Leben an einer behandelbaren psychischen Störung – die Tendenz ist zunehmend. Psychische Erkrankungen machen den Hauptgrund für Frühberentungen aus.

Negative Einstellungen und Vorurteile gegenüber psychischen Krankheiten und psychiatrischen Institutionen in der Bevölkerung wirken sich oftmals negativ auf den Heilungsprozess aus. Während psychische Krankheiten an sich eher selten einen tödlichen Verlauf nehmen – jedoch allgemein mit einer verringerten Lebenserwartung einhergehen –, sind die Suizidversuche und Suizide als Folge davon alarmierend hoch. Mit etwa 15'000 Suizidversuchen und rund 1400 suizidbedingten Todesfällen pro Jahr (BFS-Statistik 2011) liegt die Schweiz im internationalen Vergleich im oberen Drittel.

Die FMH ist seit den frühen 90er-Jahren aktive Vorreiterin im Engagement für die psychische Gesundheit und für die Stärkung der Suizidprävention auf nationaler Ebene.

Downloads

Weiterführende Links

«Sucht»

Drogen und die Nachfrage danach sind eine Realität – ebenso wie der Wunsch nach einer drogenfreien Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, sich pragmatisch mit der gesamten Problematik auseinanderzusetzen.

Die FMH setzt sich im Bereich Sucht für eine umfassende Gesundheitspolitik ein, die alle Probleme im Zusammenhang mit der Verwendung von Substanzen wie auch von nicht substanzabhängigen Problemen (Beispiel: Spielsucht) einbezieht. Das Ziel dieser Politik besteht nicht nur darin, die Verwendung an sich zu vermeiden, sie beinhaltet auch die Prävention und die Verringerung der schädlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Konsum.

Die FMH ist aktives Mitglied der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik (NAS).

Selbstlern-Handbuch Alkohol

Mit dem Selbstlern-Handbuch Alkohol lässt sich eine günstige therapeutische Umgebung herstellen, die es den Patientinnen und Patienten erlaubt, ihre Gesundheit selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen. Bei gewünschten Verhaltensänderungen soll der Arzt mit allen Mitteln unterstützend eingreifen können. Gegenseitiger Respekt zwischen Ärztin und Patient führt auch im schwierigen Bereich der Suchtbehandlung häufiger zu einer befriedigenden und erfolgversprechenden Dialogbereitschaft und Verhaltensänderung. Das Handbuch kann bestellt oder heruntergeladen werden.

Selbstlern-Handbuch Rauchentwöhnung

Ärztinnen und Ärzten kommt bei der Raucherentwöhnung eine Schlüsselrolle zu – umso wichtiger ist es, dass sie sich die Kenntnisse und Fähigkeiten dafür aneignen. Das Ziel dabei ist es, die Häufigkeit und Qualität von Rauchstopp-Beratungen zu verbessern und dadurch die Anzahl der erfolgreichen Raucherentwöhnungen zu erhöhen.

Das bei der Krebsliga Schweiz angesiedelte Projekt «Frei von Tabak» bietet in der ganzen Schweiz ärztliche Fortbildungskurse zur Rauchstopp-Beratung an. Zusätzlich kann ein Selbstlern-Handbuch zur Rauchentwöhnung heruntergeladen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kontakt

FMH Generalsekretariat
Elfenstrasse 18, Postfach 300
3000 Bern 15

Tel 031 359 11 11
Fax 031 359 11 12
info

Kontaktformular
Lageplan

Folgen Sie uns auf Twitter

FMH Twitter
© 2019, FMH Swiss Medical Association