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Übertragbare Krankheiten

Übertragbare Krankheiten

Verbesserte Hygiene und Ernährung, Impfungen und moderne Behandlungsmethoden haben im letzten Jahrhundert vielen Infektionskrankheiten den Schrecken genommen. Doch neuere übertragbare Krankheiten wie HIV, SARS oder die Vogelgrippe stellen auch neue Herausforderungen an Prävention und Gesundheitsförderung – und damit auch an die Ärzteschaft. Die FMH bringt sich in die laufenden Diskussionen ein und informiert ihre Mitglieder bei Bedarf rasch und kompetent.

Affenpocken

Aktuell wird eine Häufung von Affenpockeninfektionen in Europa und Nordamerika festgestellt. Die Affenpocken sind eine virale Infektionskrankheit, die durch das Orthopoxvirus verursacht wird. Beim Menschen weist das klinische Bild eine gewisse Ähnlichkeit mit Pocken (Variola) auf, wobei Affenpocken generell milder verlaufen.
Weitere Informationen werden seitens BAG laufend hier aufgeschaltet.

  • Personen mit Symptomen sollten eine ärztliche Fachperson aufsuchen.
  • Personen mit einer Reiseanamnese aus einem Risikogebiet (West- und Zentralafrika) sollten den Gesundheitszustand beobachten und bei Symptomen eine ärztliche Fachperson aufsuchen.
  • Gesundheitsfachpersonen sollten bei Personen mit klinischen Symptomen eine Affenpockeninfektion als Differenzialdiagnose in Betracht ziehen und sich an Fachspezialistinnen bzw. Fachspezialisten wenden.
  • Gesundheitsfachpersonen wenden die Schutzmassnahmen nach Swissnoso zur Infektionsprävention im Umgang mit Erkrankten an.
  • Verdachtsfälle sollten isoliert (Zeitraum in Rücksprache mit den Kantonsärztinnen und Kantonsärzten), getestet (weitere Informationen siehe: CRIVE) und umgehend den Kantonsärztinnen und Kantonsärzten sowie dem  BAG gemeldet (Meldung zum aussergewöhnlichen Befund) werden.

Fachinformationen für Ärztinnen und Ärzte zur Betreuung von Schutzsuchenden aus der Ukraine

Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg nimmt der Zustrom von Schutzsuchenden auch in der Schweiz zu. Ärztinnen und Ärzte finden im folgenden Factsheet erste wichtige Informationen und verfügbare Hilfsmittel, insbesondere zur Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten, im Bereich Asyl.

Die Informationen für die Schutzbedürftigen sind in vielen verschiedenen Sprachen verfügbar, jedoch nur teilweise auf Ukrainisch. Verschiedene Informationsmaterialien sind derzeit in Erarbeitung und werden laufend auf die  jeweiligen Webseiten der Organisationen aufgeschaltet

Masern

Erfreulicherweise erreicht die erste Masernimpfung bereits 90% der Kinder in den ersten beiden Lebensjahren – bis Schulabschluss sind es 94%. Deutlich schlechter steht es hingegen mit der zweiten Impfung – nur drei von vier Kinder erhalten die für den kompletten Impfschutz unabdingbare zweite Dosis.

Hier sind Ärztinnen und Ärzte gefordert: Beispielsweise können sie mit einem einfachen Recall-System die Eltern an die anstehende zweite Impfung erinnern oder auf der Agenda stets die zweite Impfung aufführen, wenn die kleinen Patientinnen und Patienten zu den regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen kommen. Erwachsene erkranken oft schwerer an Masern als Kinder und haben öfters Komplikationen – es lohnt sich also, auch die erwachsenen Patienten auf die Wichtigkeit einer Nachimpfung hinzuweisen.

Grippe-Epidemie / Pandemie

Eine Grippe kann schwere Komplikationen nach sich ziehen, insbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko:

  • Personen ab 65 Jahren
  • Erwachsene und Kinder mit chronischen Erkrankungen des Herzens, der Atemwege oder des Immunsystems
  • Erwachsene und Kinder mit Krankheiten, die sich auf die Funktion von Herz, Lungen oder Nieren auswirken
  • schwangere Frauen
  • Frühgeborene und Säuglinge

Jedes Jahr suchen in der Schweiz 100'000 bis 250'000 Personen wegen grippeähnlicher Symptome eine Ärztin oder einen Arzt auf. Davon werden 1000 bis 5000 Menschen aufgrund einer Grippeerkrankung oder deren Folgen ins Spital eingewiesen, und bis zu 1500 Personen sterben daran. Ärztinnen und Ärzte spielen bei der Beratung und Förderung der Grippeimpfung eine Schlüsselrolle.

HIV

Nachdem die Zahl neu diagnostizierter HIV-Infektionen in der Schweiz von 2008 bis 2011 rückläufig war, sind die positiven HIV-Testresultate 2012 wieder angestiegen. Sie nahmen um 15 Prozent auf 645 Fälle zu. Eine offensichtliche Ursache für diesen Anstieg gibt es nicht; möglicherweise zeigt sich hier eine Präventionsmüdigkeit.

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